Tipps für Fernreisende

Reisen, vor allem solche in tropische Länder, sind immer mit einem gewissen gesundheitlichen Risiko verbunden. Viele der möglichen Probleme lassen sich durch richtigesVerhalten vermeiden oder zumindest in ihren Auswirkungen abschwächen. Besonders wichtig ist ein richtiges Verhalten für Personen mit bekannten Gesundheitsproblemen, für Kinder und ältere Reisende.

Während der Reise

Thromboseprophylaxe Auf Langstreckenflügen besteht bedingt durch das lange, ruhige Sitzen das Risiko, ein Blutgerinnsel (Thrombose) im Bereich der Beinvenen zu bekommen. Wichtige Maßnahmen zur Reduzierung des Thromboserisikos sind möglichst viel Bewegung (Aufstehen, Gymnastik) und eine ausreichende Flüssigkeits-zufuhr (kein Alkohol!). Wenn Sie Probleme mit den Venen haben (z.B. Krampfadern) oder schon einmal ein Blutgerinnsel hatten, reden Sie unbedingt mit Ihrem Arzt über weiter Maßnahmen (Stützstrumpfhose, Medikamente).

Klimaanpassung

Lassen Sie Ihrem Körper nach der Ankunft Zeit, sich auf die geänderten klimatischen Bedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit) einzustellen und eventuell auch an eine ungewohnte Höhenlage anzupassen. Ältere Personen sollten auf jeden Fall ausreichende Ruhezeiten einplanen, vor allem nach der Ankunft.

Sonnenschutz

Achten Sie auf einen guten Sonnenschutz (entsprechende Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor, Sonnnenbrille) - besonders wichtig für Kinder.

Mücken- und Insektenschutz

Vor allem in tropischen Ländern können gefährliche Erkrankungen (wie Malaria, Gelbfieber, Dengue Fiebe, Japan B Enzephalitis) durch Insekten oder andere Gliederfüßler (etwa Zecken) übertragen werden. Achten Sie daher auf einen guten Insektenschutz (siehe unten).

Schutz vor Wurminfektionen

Verschiedene Entwicklungsstadien von Würmern (Larven und sogenannte Zerkarien) können sich durch die Haut eines Menschen bohren und diesen so infizieren. Baden im Süßwasser und barfuß gehen sollte daher vermieden werden.

Lebensmittelhygiene

Reisedurchfall ist die häufigste Gesundheitsstörung auf Reisen. In den meisten Fällen verläuft er relativ harmlos, eine Besserung tritt innerhalb von 48 Stunden ein. Für Säuglinge und Kleinkinder kann Durchfall durch den Flüssigkeitsverlust aber recht schnell gefährlich werden, deshalb ist es empfehlenswert, rasch einen Arzt aufzusuchen. Zur Reduzierung des Risikos achten Sie auf persönliche Hygiene (Hände waschen!) und auf eine richtige Nahrungsmittelhygiene. Verwenden Sie kein Leitungswasser (auch nicht zum Zähneputzen), verzichten Sie auf Eiswürfel und offenes Speiseeis. Essen Sie Gemüse und Obst nur gekocht oder geschält. Nehmen Sie keine rohen Eier, Milch oder Milchprodukte zu sich. Auch Fleisch, Fisch, Meerestiere sollten nur gut gekocht und noch warm gegessen werden. Auch bei sorgfältigster Beachtung dieser Regeln läßt sich das Risiko nicht völlig ausschalten. Wichtigste Maßnahme zur Behandlung ist der Ersatz von Flüssigkeit und Elektrolyten. Dazu können fertige Präparate oder behelfsmäßig eine selbst gemische Lösung aus 1 Teelöffel Kochsalz, 1 Esslöffel Zucker und 1 Tasse Fruchtsaft, mit Trinkwasser aufgefüllt auf einen Liter, verwendet werden. Bei Fieber oder Blut im Stuhl ist allerdings eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich. Unter besonderen Umständen können auch sogenannte Motilitätshemmer verwendet werden.

Unfälle und Verletzungen

Tierbisse

Kontakt mit Tieren (vor allem mit streunenden Hunden, aber auch mit Katzen, halbzahmen Affen, ...) sollte möglichst vermieden werden. Tierbisse müssen - nicht zuletzt wegen der Gefahr einer Tollwutinfektion - immer und möglichst rasch ärztlich versorgt werden. Möglichst schnell sollte die Wunde mit Wasser und Seife ausgewaschen werden. Bisse oder Stiche durch Gifttiere (Schlangen, Skorpione, ...) sind sehr selten. Im Fall des Falles sind die Ruhigstellung des betroffenen Körperteils, Linderung von Schmerzen und Beruhigung der Betroffenen, sowie der Transport zum nächsten Arzt bzw. Krankenhaus die wichtigsten Maßnahmen.

Sexuell übertragbare Krankheiten

Das Risiko, sich eine durch Geschlechtsverkehr übertragene Erkrankung (Hepatitis B, HIV-Infektion, "klassische" oder "tropische" Geschlechts-krankheiten) zu holen, ist in vielen - vor allem tropischen - Ländern oft sehr hoch. Verzichten Sie auf riskante Kontakte oder verwenden Sie zumindest ein Kondom. Personen, die sexuelle Kontakte nicht ausschließen können oder wollen, sollten auf jeden Fall gegen Hepatitis B geimpft sein. Viele dieser Infektionen können auch über Blut übertragen werden. Verzichten Sie daher darauf, Tätowierungen, Piercings etc. vornehmen zu lassen.

Nach der Reise

Kontaktieren Sie im Fall einer Erkrankung (gilt vor allem für Fieber, wenn Sie in einem Malariagebiet waren) sofort einen Arzt und weisen Sie darauf hin, daß Sie im Ausland waren!

Dieser Text wurde uns mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von





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Reisemedizinische Beratung - Impfungen - Gelbfieberstelle

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