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Neue operative Verfahren bei chron. behinderter
Nasenatmung,
Schnarchsymptomatik bzw. vergrößerter Gaumenmandel
Dr. Thomas Mihatsch
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In Anlehnung an den vorhergehenden Artikel
wird eine neue äußerst schonende Operationsmethode vorgestellt,
die seit 1997 patentiert ist und Coblation genannt wird.
Der Begriff Coblation kommt aus dem Englischen und heißt
soviel wie "Abtragung von Geweben in Weichteilen" durch
speziell geformte Hitzesonden, die über Radiofrequenz betrieben
werden.
Die Cobalationstechnologie wird bereits in der Gelenks und Wirbelsäulenchirurgie,
Hautchirurgie, Neurochirurgie und auch in der Hals und Nasenchirurgie
weltweit angewandt.
Durch diese neue Technik wird eine schnellere Wundheilung und vor
allem eine wesentlich verringerte postoperative Schmerzsymptomatik
erzielt.
Im Unterschied zu den herkömmlichen Operationstechniken, wo
Oberflächentemperaturen des Gewebes bis über 400°
Grad C vorkommen, wird durch eine deutliche Verringerung des thermischen
Effektes(bei der Coblation nur 40° bis 70° Grad C) eine
minimale Beschädigung des umliegenden Gewebes erreicht und
somit eine örtlich gezielte chirurgische Therapie sichergestellt.
Bei der bisher verwendeten Monopolaren konventionellen elektrochirurgischen
Technik wurde das Gewebe bis zum Zellbruch erhitzt, bei der Coblation
werden innerhalb einer Plasmaschicht die Moleküle voneinander
schonend getrennt. Die Reaktionsprodukte wie z.B. Sauerstoff, Stickstoff,
Kohlendioxid und Kohlenmonoxid sind reaktionsträge und werden
während der Ausspülung des chirurgischen Eingriffsbereiches
schnell entfernt. Somit kommen diese Toxine (Giftstoffe) nicht ins
Gewebe.
Die Methode wird derzeit in der operativen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
bei vergrößerten unteren Nasenmuscheln, bei verlängertem
Zäpfchen und bei vergrößerten Gaumenmandeln durchgeführt.
Anwendungen:
Bei Nasenmuschelvergrößerung:
Chron. Nasenschleimhautveränderungen kommen besonders durch
die tägliche Anwendung von sogenannten "abschwellenden
Nasensprays" vor, wo unter Umständen nach Jahren eine
Gewebezunahme der Nasenmuschelschleimhaut beobachtet wird. Zudem
kann andererseits ein chronisch infektallergischer Entzündungsmechanismus
für die Schleimhautschwellung verantwortlich sein.
Die Leitsymptome dieser Krankheit sind chron. Mundatmung, dadurch
ausgetrocknete Mund- und Kehlkopfschleimhäute mit Halsweh und
Halskratzen, Räusperzwang, Geruchsstörungen, Schnarchen
und Schlafstörungen. In einzelnen Fällen können Kopfschmerzen
durch eine behinderte Nasenatmung dazukommen.
Sollte es sich hierbei nur um eine isolierte einseitige oder doppelseitige
untere Nasenmuschelvergrößerung handeln, kann der Eingriff
auch in örtlicher Betäubung (Lokal Anästhesie) durchgeführt
werden. Bei schmerzempfindlichen Patienten empfiehlt sich jedoch
eine kurze Allgemeinnarkose.
Bei Schnarchpatienten:
ist ebenso eine Behandlung des verlängerten Gaumenzäpfchens
und Gaumenbogens durch Anwendung der Coblationsmethode möglich.
Dabei wird eine Elektrode in den weichen Gaumen eingeführt
und für ca. 10 15 Sekunden dort gehalten. Dieses neue
Verfahren entfernt also schonend das Gewebe, verringert die Größe
des Gaumenbogens und Zäpfchens und spannt dadurch das Gewebe
an, das ihr Schnarchen verursacht.
Auch dieser Eingriff wird in örtlicher Betäubung oder
in Allgemeinnarkose durchgeführt und dauert nur wenige Minuten.
Bereits nach 1-2 Wochen ist eine deutliche Besserung des Schnarchens
spürbar, nach 23 Monaten ist das gewünschte Ergebnis
erreicht.
Insgesamt soll das Schnarchen auf jeden Fall untersucht werden,
da in manchen Fällen sich ein obstruktives Schlafapnoesyndrom
entwickeln kann. Durch teilweise Blockierung der oberen Atemwege
kommt es im Schlaf zu Atempausen von mehreren Sekunden. Neben einer
kompletten neurologischen Untersuchung ist eine entsprechende Behandlungsmöglichkeit
nicht nur chirurgisch sondern auch durch Gewichtsabnahme und Änderung
des Lebensstils bzw. durch eine Verbesserung der Kopfhaltung im
Schlaf notwendig.
Behandlung von vergrößerten Gaumenmandeln:
Auch vergrößerte Gaumenmandeln bei Kindern, die keine
Anginen durchgemacht haben, ist die Coblationstechnik ein schonendes
Verfahren zur Reduzierung von Mandelgewebe, das funktionelle Probleme
bei der Nahrungsaufnahme bzw. beim Atmen verursachen kann.
Da das lymphatische Gewebe eines der wichtigsten Abwehrbarrieren
im Rachenring darstellt, wird in vielen Fällen zu schnell eine
Operation der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) durchgeführt.
Nicht selten kommt es bei vergrößerten Gaumenmandeln
zu Kiefer- und Zungenfehlstellungen bzw. zu Stimm- und Sprachstörungen.
Eine entsprechende Therapie ist unbedingt notwendig (HNO-Arzt, Kieferorthopädie,
Logopäde/in)
NACHBEHANDLUNG: rasch und schmerzfrei
Postoperativ Absaugen von Krustenbelägen und Schleim.
Kosten: übernimmt jede Zusatzversicherung
Zusammenfassung:
Der gezielte kritische Einsatz der Coblation erlaubt im Rahmen
der endoskopischen Operation der Nase, des Rachens und des Gaumens
ein sehr schonendes Vorgehen mit minimaler Hitze und minimaler Energie,
aber hoher Effizienz und vor allem stark abgekürzter Operationsdauer.
Somit glaube ich, daß dieses Verfahren sich noch weiter in
verschiedensten Zweigen der Medizin in der Weichteilgewebschirurgie
etablieren wird.
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