Prophylaxe, Therapie und Reconvaliszenz
von akuten und cronischen Infekten der Nase und Nasennebenhölen

Dr. Thomas Mihatsch

Besonders Sprotler wissen, wie lästig eine behindernde Nasenatmung ist, und wie stark die subjektive Leistungsfähigkeit darunter leidet. Jede Behiderung führt zu unterschiedlichsten gesundheitlichen "Symptomen" wie schnupfen, vermehrte Mundatmung, Schnarchen, Halsschmerzen, Heiserkeit und Kopfschmerzen. Bei anhaltender Nasenatmungsbehinderung entwickeln sich zusätzlich Riechstörungen, chron. Müdigkeit, Veränderung der Sprech- und Singstimme und unter Umständen auch eine Änderung des Schlaf- Wachrhythmus. Da die Nase als Organ eng mit dem Zentralnervensystem verknüpft ist, ist die Nase auch als s. g. Kommunikationsorgan für die Umwelt von großer Bedeutung. Im Volksmund kennen wir die Begriffe "Spürnase", "der hat die Nase vorn" oder die Ausdrücke, wie "Ich habedie Nase voll." oder "Ich kann dich nicht mehr riechen!". Wir sehen also, daß die Nase ein sehr komplexes Organist und, daß unter Umständen auch durch negativen Streß, ein Naseninfekt ausgelöst werden kann, oder umgekehrt, daß unser Geruchsorgandurch ein wohlriechendes Parfum positiv beeinflßt werden kann.

Wie entstehen nun Naseninfekte?

Sie entstehen in erster Linie durch verschiedenste Schnupfeniren, die im Rahmen einer s. g. Erkältung einen Katharrh verursachen. Die Kennzeichen sind eine meist wässrig bis sckleimige Nasensekretion mit oder ohne Fieber. In der Regel heilt die Infektion innerhalbweniger Tage ab. Im Rahmen einer s. g. echten Virusgrippe (Infuenza), kann auf Grund der Abwehrschwäche eine bbakterielle Superinfektion entstehen. Der Nasenfluß ist dann meist rahmig gelb oder grünlich verfärbt und führt mit unterschiedlicher Krankheitsdauer zu leichtem Fieber, Kopfschmerzen und starkbehinderter Nasenatmung. Bei Forbestehen der Entzündung kann eine schmerzhafte Nasenhölenentzündung entstehen, die manchmal mit starken Kopfschmerzen bzw. Kieferhöhlenschmerzen verbunden ist. Als schlimmste Komplkation können eine Hirnhautentzüdung oder Sehnerventzüdung entstehen, bei körperlicher Belastung ist eine Herzmuskelentzündung durch die Verschleppung der Keime über die Blutbahn nicht auszuschließen. In diesen Fällen ist unbedingt eine entsprechende Therapie und körperliche Schonung angezeigt, da ansonsten chron. Verlaufsormen nichtvorhersehbar sind. Um die Ausdehnun des Krankheitsbildes genau beurteilen zu können, werden heute verschiedendste Untersuchungen im HNO-Bereich durchgeführt.

Welche Untersuchungsmethoden werden heutzutage verwendet?

  • Nasenendoskopie (Untersuchung mit Kaltlichtfasern)
  • Nasennebenhöhlen - Röntgen
  • Ultraschall
  • CT (Computer - Schichtaufnahmen)
  • MRT (Magnetresonanztomogrphie)
  • Abstriche
  • Blutbild
    u.s.f.

Wie soll sich nun ein Sportler verhalten? Welche Therapie ist angezeigt?

Einige Tips:

Bei banalen Infekten der Nase ohne Fieber sollten sportliche Aktivitäten in den ersten zwei Tagen deutlic reduziert werden. Spätestens nach dieser Zeit entscheidet das "Körpereigene Immunsystem", ob aus der Ansteckung eine echte Infektion entsteht, oder ob die Nase mit dem Infekt selber fertig wird. Eine hochdosiert Gabe von Vitamin C bzw Calzium Magnesium Tabletten täglich kann das Schlimmste verhindern. Die Therapie sollte einige Tage fortgesetzt werden. Zur Immunstärkung verwendet man am Besten den bekannten Sonnenhut (Ecchinacea).

Therapie:

  • Vitamin C, Zink, Multicarotin, Calzium
  • Ecchinicea (Sonnenhut)
  • Abschwellend Nasensprays
  • Sterile Meersalzlösung zur Nasenspülung bzw. Salbeitee zum Gurgeln
  • Rotlichtbestrahlungen
  • Holunderdampfinhalationen
  • Akupunktur
  • Softlaserbehandlung

Bei banalen Infekten mit Fieber soll erst mindestens 3 Tage nach dem letzten Fiebertag vorsichtig mit einer leichten sportlichen Betätigung begonnen werden. Eine unbedingt Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt sollte selbstverständlich sein. Unter Umständen ist eine längerfristige Trainingspause zur Ausheilung der Erkrankung notwendig. Fachübergreifend sollte insbesondere bei einseitigen Kieferhöhlenentzündung auch eine HNO- bzw.Kieferärztliche Untersuchun vorgenommen werden, da auch in manchen Fällen Kieferhöhlenentzündungen durch eitrige Zahnwurzeln entstehen können. Durch eine chirurgische Sanierung wird der entsprechende Zahn bzw. Kieferhöhlenfocus (Eiterherd) beseitigt. · Bei fortgeschrittenen s.g. chronischen Nasennebenhöhlen Entzündungen ist neben einer Konsequenten Therapie des Abwehrsystems /Immunsystem) auch eine funktionelle, endoskopische Nasenneenhölen Operation angezeigt, um bei Auftreten einer neuerlichen eitrigen Nasensekretion eine Sekretretention (Zurückbleiben des Sekrets) zu verhindern. (Wird im Artikel genau beschrieben.)

Welche prophylaktischen Maßnahmen sind sinnvoll?

1. Gönnen Sie Ihrem Körper genügend Ruhe, damit sich Ihr Immunsystem vom Alltagsstreß bzw. sportlichen Höchstleistungen erholen kann.
2. Regelmäßige Bewegung, Sport und Fitness sollten so oft wie möglich durchgeführt werden. Je nach Können und Gesundheitszustand sollte mindestens 2-3 mal wöchentlich 40 min. nach Anordnung Ihres Arztes trainiert werden.
3. Essen Sie viel frisches Obst und Gemüse und ausgewählte Nahrungsmittel - es geht nicht um Quantität sondern um Qualität. Ergänzen Sie Ihre Nahrung je nach Leistungsstufe mit Nahrungsmittelergänzung wie Vitamiin C von der Acerolakirsche, Multi-Carotin, Vitamin E und Selen.
4. Gönnen Sie Ihrem Körper genügend Flüssigkeit, mindestens 2- Liter pro Tag, bei körperlichen Belastungen entsprechend den Erfordernissen mehr.
5. Halten Sie bei Kälte und Zugluft Kopf- Nacken und Ohren warm.
6. Gehen Sie regelmäßig in die Sauna bzw. führen Sie Kneipp´sche Behandlungen durch
7. Erkennen Sie Ihren Lebensrythmus und schauen Sie auf die Warnsignale Ihres Körpers (Blutdruck, Puls, Herzrythmus)
8. Gehen Sie einmal jährlich zur Gesundenuntersuchung
9. Lesen Sie positive Bücher
10. Lachen Sie, so oft Sie können

Insbesondere natürlich hergestellte, also nicht synthetische Vitamine als Nahrungsmittelergänzung werden vom Körper zu 100% aufgenommen.

Was kann noch prophylaktisch getan werden?
In der kalten Jahreszeit sollte mehrmals täglich kurze Zeit gelüftet werden. Das ist besonders in Büroräumlichkeiten und Schlafzimmern zu beachten, wo generell das Raumklima zu heiß und zu trocken ist. Durch die abnehmende Luftfeuchtigkeit kommt es zu einer chron. Reizung der Schleimhäute. Erhöht wird diese Belastung noch durch Nikotin, passives Rauche4n und Hausstaub. Eine entsprechende normale Einstellung der Klimaanlage ist angezeigt. Ständige Zugluft reduziert das körperliche Wohlbefinden und führt oftmals nach wenigen Stunden zu Ohren- und Halsschmerzen bzw. Nasensekretion. Entsprechende Funktionskleidungen für Sport und Freizeit stehen heutzutage in einer großen Auswahl zur Verfügung.

Was darf selbstständig nicht durchgeführt werden?
1. Einnahme von Medikamenten, insbesondere Antibiotika und cortisonhaltige Nasensprays bei banalen Infekten. Desweiteren sollten abschwellende Nasensprays nicht länger als 10 Tage durchgehend appliziert werden.
2. Eine längerfristige Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin, Aspro oder andere Medikamente wie Antirheumatika sollte vermieden werden.
3. Allzu heftige Schwitzkuren bringen mehr Schaden als Nutzen, insbesondere, wenn das Herz-Kreislaufsystem durch den Infekt geschwächt ist.

Abschließend sollte darauf hingewiesen werden, dass vor allem vermehrter Stress, Hektik und ungewohnte sportliche Höchstleistungen die Infektanfälligkeit fördern können. Diese modernen Lebensformen beanspruchen den heutigen Menschen in immer größerem Maße, sodaß eine ständige Prophylaxe mit einer natürlichen Nahrungsmittelergänzung durchgeführt werden sollte.

Ein Schlüsselprinzip für Ihre weitere Bestform ist:

einmal täglich schwitzen
einmal täglich müde werden
einmal täglich Hunger bekommen
einmal täglich Nahrungsmittelergänzung

Der zweite Beitrag befasst sich mit den zeitgemäßen operativen Verfahren bei akuten und chronischen Nasen- und Nasennebenhöhlenerkrankungen.





Dr. Med. Univ.Thomas Mihatsch
Museumstraße 34, Europahaus
6020 Innsbruck

e-mail: mihatsch@nusurf.at
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