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Die Medizintheorie
Wie der Makrokosmos, so setzt sich auch
der menschliche Mikrokosmos aus den fünf Elementen Erde, Wasser,
Feuer, Wind (Luft) und Äther (alles durchdringendes Fluidum) zusammen.
Damit besteht eine Korrespondenz zwischen der sichtbaren Welt, dem
Körper, den Krankheiten und den Heilmitteln. Die Elemente konstituieren
auch Wind, Galle und Schleim mit jeweils fünf Unterarten. Ihr Verhältnis
zueinander ändert sich mit der Tages-, und Jahreszeit und mit dem
Lebensalter.
Wind (keinerlei Bezug zum meteriologischen Phänomen Wind) verbindet
das Bewußtsein mit dem Körper. Seine physiologische Wirkung entspricht
der, die wir in der engen Vermischung des Nerven-, des endokrinen
und des Immunsystems mit der Psyche heute sehen.
Galle (ebenfalls keinerlei Bezug zur Gallenflüssigkeit westlicher
Nomenklatur) reguliert Verdauungs- und Stoffwechselvorgänge und
Schleim die Körperflüssigkeiten. Diese Säftelehre ist mit der ayurvedischen
Säftelehre Indiens praktisch identisch. Ein Ungleichgewicht der
Säfte führt zur Krankheit.
Es wird durch die drei Gifte im allgemeinen verursacht, im besonderen
durch jahreszeitliche Einwirkungen und durch seelische Störung begünstigt.
Weitere Ursachen werden im Einfluß böser Geister und in schädlichen
(unethischen) Taten in vergangenen Lebenszyklen (Karmaspuren) gesehen.
Falsches Denken im weitesten Sinne, in unserer Terminologie emotionales,
religiöses und soziales Fehlverhalten, ist damit die wichtigste
Krankheitsursache und bedarf keiner pharmazeutisch-, naturstofflichen
Behandlung, sondern einer Änderung der Lebensführung.
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